BB 15" F/5 30/31. Juli 2001
Es fällt mir zwar nicht leicht Erlebtes in Worte zu fassen, aber
ich probiers trotzdem mal
Teleskop: Discovery 15" F/5 Gitterrohrdobson
Beobachtungsort: Schneeweiderhof 49°33'40" N 7°32'10"
O Höhe ca 400 m über NN
Bedingungen: Bis 2Uhr23 Mond, danach Gh im Zenit ca 6m1, Seeing
zum ko....
U.a beobachtete Objekte: NGC7000, NGC 6960, NGC 6992, M31, M15, M57,
M27, Saturn
Nachdem ich mein Skope im Kombi verstaut hatte (ich brauche es
dazu nicht zu zerlegen)
erreichte ich besagten Beobachtungsplatz gegen 23 Uhr. Nach ca 3min
war der Dob
aufgestellt und per selbstgebautem Laser kollimiert. Leider stand
der 3/4 - Mond
grell im Süden, der Untergang war erst um 2.23 Uhr zu erwarten.
Bis dahin hatte der
Spiegel reichlich Zeit zum auskühlen. Ein Test an Eps Lyra
zeigte daß das Seeing
ziemlich übel war: die beiden Doppelsterne waren zwar getrennt
aber ziemlich
verwaschen. Also war Warten auf den Monduntergang angesagt.
Endlich um kurz vor
halb drei war der Blender von der Bildfläche und die
Milchstrasse war von der
Cassiopeia bis zum Adler schön strukturiert sichtbar, H&Chi
Persei sowie die
Andromedagalaxie waren locker mit dem bloßen Auge sichtbar, ich
schätzte die
Grenzhelligkeit anhand einer ausgedruckten Karte auf 6m1 im
Sternbild Leier.
Leider verschwanden mit dem Mond auch viele interessante Objekte
im Schützen
und Adler bzw. waren zu tief um sie zu beobachten
Doch nun ans Rohr und mit dem 7mm Pentax (272X) den Ringnebel (M57)
aufgesucht:
Deutliche Strukturen und Helligkeitsunterschiede im Ring, das
Zentrum ist
wesentlich heller als der Himmel um den Nebel, auch meinte ich
den Zentralstern
zeitweise aufblitzen gesehen zu haben, kann aber auch eine
Einbildung gewesen
sein.
Rüber zur Andromedagalaxie und das 40er Pentax (48X, 8mm AP)
reingestopft:
Unsere Nachbargalaxie die bei Mondschein im 8X50 Sucher nur ein
Flecklein
war füllte nun das halbe Sucherfeld aus. In Blickfeld (ca 1.2°)des
40er Okulars
passte sie bei weitem nicht rein. Neben der hellen Kernregion hin
zu M110 war
ein dunkles Band zu erkennen, zu M32 hin fiel die Helligkeit
dagegen gleichmäßig
ab, die aber noch in der M31 eingebettet sichtbar war.
Dann war M27, der Hantelnebel an der Reihe:
im 20 mm Widescan (95X) zeigte er deutlich die "Ohren"
wogegen er im 7mm fast
das gesamte Blickfeld ausfüllte und noch etliche Sterne im Nebel
zeigte.
M15, Kugelsternhaufen im Pegasus:
Im 30mm Rodenstock Okular (64X)das hier bei F/5 schon deutliche
Koma am Rand zeigt
ist der Sternhaufen bereits bis fast ins kompakte Zentrum aufgelöst,
im 7mm ist
der Anblick spektakulär: tausende Sterne vom Blickfeldrand bis
ins dichte aufgelöste
Zentrum, so muss ein Kugelhaufen aussehen.
OIII-Filter ins 40er und zu den Cirrusnebeln im Schwan:
NGC6960, wie die Schwinge eines Vogels zieht sich der
langestreckte gebogene
Supernovarest durch das gesamte Blickfeld, im Nebel sind viele
faserige Strukturen
zu sehen, am einen Ende gabelt er sich und franst aus, das andere
Ende läuft spitz
zu, der 4m22 helle Stern 52 Cygni stört nur leicht.
Gegenüber des Bogens knapp 3° weiter östlich ist NGC6992 zu
finden.
Die filamentartige Struktur des Nebels tritt hier noch deutlicher
in Erscheinung, ein
schöner Anblick, der Nebel ist enger gebogen als NGC6960 und fächert
sich an einem Ende
in viele kleine Nebelfetzen auf.
Jetzt will ich es aber wissen: NGC7000, Nordamerikanebel
40er Pentax mit OIII bleiben drin
Ein kleiner Schwenk knapp in die Nähe Denebs und ich staune
nicht schlecht, meine
Erwartungen wurden schlichtweg übertroffen. Bisher hatte ich
gelesen das dies ein
schwieriges Objekt sei und meist nur der Bereich um "Mexico"
einigermaßen sichtbar
ist, nicht jedoch mit diesem Rohr unter diesem Himmel: Der Nebel
ist riesig, 2
Blickfelder groß gut gegen den Milchstrassenhintergrund
auszumachen und von zahlreichen
Sternen durchsetzt. Der Bereich des "Golfs von Mexico"
ist geradezu scharf zum angrenzenden
Himmel, 2° weiter nördlich verliert sich der Nebel in der
Milchstrasse.
Kurz darauf begann die Dämmerung im Osten und Saturn zeigte sich
zwischen den Plejaden
und Venus, aufgrund der immer noch miserablen Seeingverhältnisse
und nur ca 15-20° Höhe
war er aber kein lohnendes Objekt: Ich konnte 5 Monde ausmachen,
auch die Cassiniteilung
war da, aber alles noch recht unscharf - da hatte ich ihn im 15er
ein paar Tage vorher
schon besser gesehen. Das Rohr kann bei entspechenden Verhältnissen
einiges mehr.
Um halb 5 packte ich meinen Krempel zusammen und steuerte heimwärts
in der Gewißheit
einen neuen brauchbaren Beobachtungsplatz gefunden zu haben, an
dem ich mit meinem 15er
bestimmt noch viel Freude haben werde
Astronomische Grüße