Hallo
erstmal frohes neues Jahr :-)
gestern Nachmittag klarte es überaschenderweise auf und der erst um kurz vor Mitternacht
aufgehende Mond ließ noch auf ein brauchbares Deepskyfenster hoffen.
Oben auf dem "Dach" des Pfälzer Waldes auf knapp 600m Höhe angekommen baute ich meinen
21" F/4.45 Dobson "Godzilla" auf, dies dauerte längstens 5 Minuten:
Heckklappe auf , die gut11Kg schwere Rockerbox an den passenden, ebenen Platz hingestellt (wo
sonst immer steht) dann den 29 Kg schweren, kompletten Gitter-Tubus mit dem gesicherten Spiegel
herausgezogen und in die Wiege gestellt, den 130mm Newtonfinder an die Spiegelkiste schrauben
bei 225x am Polarstern die Kollimation überprüfen (stimmte) und den Sucher kurz ausrichten komplettierten
die Prozedur.
Die Bedingungen waren nicht besonders, von NW zogen mittlerweile viele Wolken durch und machten die
Beobachtung etwas mühsam, man konnte kaum 5min am Stück schauen ohne dass die Beobachtung wieder
für einige Minuten unterbrochen wurde, das Seeing war Durchschnitt, die Transparenz in den Wolkenlücken
bestenfalls ca 5-5m5, Temperatur bei 1°C Wind leicht bis einschlafend aus NW, trotzdem reichte es dank der
Öffnung noch für ein paar Beobachtungen auch jenseits des Messierkatalogs

Komet Machholz, Stier
im 130mm Newtonfinder bei 20X mit deutlichem Schweifansatz an der ovalen konzentrierten Koma, die
Primäroptik zeigt den Kometen im 26er Nagler bei 90X wei folgt:
Sehr heller konzentrierter Nucleus, grünlich, Koma misst ca 35X30' leicht oval, Richtung Sonne deutlich vorn
abgeplattet Schweif ca 2° Richtung Ost verfolgbar

M31
unsere Nachbargalaxie präsentiert sich im 130mm Finder schon fast 3° groß, bei 90X im Hauptrohr blendet
das helle Kerngebiet schon fast, Richtung M110 sind deutlich zwei dunkle Staubbänder auszumachen, die
Sternassoziation NGC206 habe ich ein Stück vor dem südlichen Ende als diffusen, nebulösen, relativ großen Fleck
gesehen. Die kleine flächenhelle, kreisrunde M32 erscheit noch in ihrer Muttergalaxie eingebettet, M110 steht als
ziemlich große Ellipse mit deutlichem Helligkeitsanstieg zum Zentrum westlich von M31

NGC70-Gruppe, Andromeda
etwas mühsam da nach Auffinden im 26er Nagler und Wechsel zu 225X im 10.5er Oku die Wolken
dichtmachten, nach Wiederaufklaren beste Sicht bei 338X im 7mm, NGC67 ist mit 14m2 am besten sichtbar, hat die
höchste Flächenhelligkeit, erscheit als kleiner ovaler Wattebausch und steht etwas abseits SW der Hauptgruppe
Ebenfalls direkt zu halten ist die ein paar Bogenminuten östliche NGC 72, die kompakte Hauptgruppe bestehend aus NGC
68,70 u 71 wird von vier 12-13m Sternen etwas überstrahlt und ist nur indirekt zu separieren. Leider vereitelten nun
wieder Wolken die Sichtung weiterer Galaxien wie NGC 74, 67A und 72A die auch zu dem Komplex gehören

NGC2022, Orion
der 12m4 helle 19" kleine Planetary erscheint W-O leicht oval, relativ scharfe Begrenzung zum Rand, kleines Loch in der Mitte
Zentralstern zeitweise indirekt blinkend, aber schwer.Ebenfalls zeitweise helleren Knoten in der Aussenschale gesehen, Stern?

Abell 10 Orion,
soll laut SAC-Katalog 12m7 hell sein bei 0.6 ' Durchmesser, nie im Leben! Hatte OIII im 26er Nagler und war sicher an der
Position zu sein, nichts zu sehen, laut "Strasbourg-ESO Catalogue of Galactic Planetary Nebulae" Helligkeit 15m2, kein Wunder
dass ich ihn bei dieser 5m-Suppe nicht sehen konnte!

Gegen 22Uhr machte es dann entgültig zu

 

Gruß Roland