24" Lowrider Evolution
Wie hier schon angekündigt habe ich den anno 05 gebauten und schon etwas angegrauten Lowrider-Dob einer kleinen Frischzellenkur unterzogen.
Mit 39Kg Gesamtgewicht empfand ich ihn mittlerweile (Dato 08) sackschwer und die turmhohe, 1,95m im Zenit messende Einblicksposition schien mir ebenfalls nicht mehr ganz zeitgemäss zu sein.
Zum besseren Verständnis: Fernrohre dieses Kalibers in Standardleichtbauweise wiegen 60Kg oder mehr und deren Zeniteinblick befindet sich auf ca 2,4-2,5 Metern,wofür man ein 5-6 stufige Leiter braucht
Die neue Version sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
- deutlich leichter als die alte Spiegel-Tubus Kombination mit 31Kg
- nochmals reduzierte Einblickshöhe
- Beibehaltung der Abbildungsleistung
- weitgehende Wiederverwendung der alten Komponenten
nach ein paar Rechenoperationen kam ich 2007 schon auf die Lösung, die dieses Jahr nun endlich umgesetzt werden konnte.
Basierend auf den Erfahrungen die ich mit der Herstellung eines nur 20mm dicken 18ers gemacht hatte, wurde 2008 ein knapp 25mm dicker 24er (610mm) F/4,09 (2488mm) geschliffen.
Das Ergebnis fiel für mich zufriedenstellend aus, mit gemessenen L/10 PtV und bestandenem Sterntest liegt er auf dem Niveau des alten Spiegels.
Da der neue Photonenfänger etwa 7Kg weniger auf die Waage bringt musste der nicht unerheblichen Schwerpunktverschiebung nach oben Rechnung getragen werden. Schließlich sollte der alte Tubus mit Spiegelkiste und Hut weiterverwendet werden.
Dieses Problem wurde mit gut 80mm kürzerer Brennweite gegenüber der alten Optik und mit ca 1,6Kg leichteren Karbon-Trusses, die eine dem Belastungsfall entsprechende Faserorientierung aufweisen, gelöst.
Eine leicht modifizierte und noch etwas tiefergelegte Spiegelzelle unterstützt dies und sorgt nochmals für 2cm reduzierte Bauhöhe und Einblickposition.
Die Verlegung der Brennebene in die Mitte des OAZ-Verstellweges bringt auch nochmals gute 15mm ohne dass die 100%-Ausleuchtung unter 10mm geht.
Durch diese Maßnahmen und dem fast 11mm dünneren Spiegel konnten die Trusses um fast 13cm kürzer ausfallen, was deren Steifigkeit deutlich erhöht.
Zuguterletzt werden die massiven unteren Stangenklemmungen durch eine aktuelle Version ersetzt wie sie in unserem 18" Reisedob Verwendung findet.
Letztere Modifikation wird das Gesamtgewicht unter die magische 30er Grenze drücken, genau genommen auf 29,8 Kg.
Der Tubus mit Spiegel bringt es gerade noch auf lächerliche 23Kg
Der Einblick im Zenit liegt jetzt okularabhängig bei ca 1,82m, dafür reicht bei mir ein 10cm-Tritt um bequem ans Okular zu kommen.
Neben dem spürbaren Handlingsvorteil, kühlt die neue Optik auch deutlich früher aus, von Zimmertemperatur (Prüfraum) bis zum beurteilungsfähigen Sterntest bei ca 0° vergehen max 20min, der vorherige 35,5mm dicke Spiegel brauchte dazu gefühlsmässig gut doppelt so lange.
Einen kleinen Bericht vom Firstlight gibst hierDer neue "Alte"
Die neue Optik, extrem dünn, extrem leicht, und ohne Witz extrem fordernd
Untere Stangenfassung u Klemmung (Klemmung noch alte Version)
Obere Stangenfassung und Klemmung, hier kommen noch leichtere Winkel zum Einsatz
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