Hallo zusammen,

heute morgen war die Zeit etwas knapp um alle Beobachtungen von heute Nacht in den Bericht zu
packen, hier sind nun die restlichen Objekte.


Erst noch einmal die Bedingungen:
relativ windstill, FST um 6.0 im Zenit, leichter Dunst, Temperatur -3°C, Seeing sehr bescheiden, Sterne
ab 225X deutlich aufgebläht, Instrument 530/2369mm Newton

B33 (Pferdekopfnebel) Orion 148X UHC:
dunkler Kleks im deutlich vom Hintergrund abhebenden Nebel IC434 gesehen, unregelmäßige Form, mit
indirektem Schauen Hals und Schnauze gesehen

LDN1607, Konus Nebel, Mon, 148X UHC:
da der Pferdekopf relativ leicht zu sehen war, versuchte ich mich an diesem schwierigen Objekt, immerhin
stand er ja ca 15° höher als der Oriongürtel. Glücklicherweise war im Night Sky Observers Guide eine
Aufnahme von demselben abgebildet und ich hangelte mich mit deren Hilfe bis zur Spitze des Christmas
Tree Clusters (NGC2264) vor, eigentlich hatte ich keine großen Erwartungen da der UHC ja nicht den
selben Kontrast wie ein hier besser geeigneter H-Beta Filter hat. An der Stelle angekommen wartete
ich noch ein paar Minuten um die leicht lädierte Dunkeladaption von der Rotlichtlampe wieder herzustellen.
Zuerst sah ich nichts doch kurz darauf schälte sich bei leichten Teleskopbewegungen die lange östliche
Nebelkante aus dem leicht nebligen Hintergrund, bei der westlichen und kürzeren Kante war ich mir nicht
sicher da dort auch eine kleine 3er Sternkette etwas störte. Die eigentliche konische Dunkelwolke war
als solches höchstens erahnbar da sie sich so gut wie nicht vom Hintergund abhob, ich denke mit einem
H-Beta und etwas größerer AP wäre das ev noch drin gewesen.

Leo I, Zwergalaxie, Member der lokalen Gruppe, 148X
beflügelt noch von der teilweisen Sichtung des Konusnebels versuchte ich nun auch dieses Objekt das
bei einer Größe von 9.8 X 7.4' eine Blauhelligkeit von 11m2 aufwies, dies hört sich leicht an, doch die
daraus resultierende Flächenhelligkeit von 15m85 versprach wieder einen Wadenbeisser. Nun nachdem
ich den Dob auf die Position 20' nördlich von Regulus gerichtet hatte sah ich auch erst einmal wieder
nichts, Regulus war zwar knapp aus dem Blickfeld, streute aber noch etwas Licht ins Okular was den
Kontrast etwas minderte, bei 225X sah ich auch nichts, hier war die Austrittspupille wohl schon zu klein.
Also wieder zurück auf das 16er Oku und das Teleskop etwas "gesweept", nach kurzer Zeit war ich mir
dann sicher den Kerl neben einem gleichseitigen Dreieck aus 12m-Sternen als recht große ovale
Hintergrundaufhellung nahe der Wahrnehmungsgrenze erwischt zu haben.

NGC 3226/27 Galaxienpaar, Leo, 338X
die helleren Sterne sind wegen des Seeings bei dieser Vergrößerung zwar nicht mehr schön
anzuschauen, der besseren Erkennbarkeit von relativ kleinen und flächenhellen Galxien ist sie aber noch
förderlich. Die beiden Systeme bilden auf den ersten Blick ein kosmisches Ausrufezeichen wobei die
nördlichere NGC3226 kreisrund ist, die südlichere 3227 dagegen 2:1 elongiert. Beide Galaxien haben
etwa die gleichen stellaren Kerngebiete und die Randbereiche überlappen sich etwas.

Ngc 3222, GX, Leo, 338X
knapp ein viertel Grad nw von 3226 gesehen, sehr kein, leicht oval starke +
Helligkeitskonzentration zur Mitte hin, direkt am Rand schwacher Stern etwa 14m hell

Dann wurde der mittlerweile hoch kommende Frühjahrshimmel im östliche Teil des Löwen, Coma,
Jagdhunde und Ursa Major inspiziert, darüber berichte ich dann beim (hoffentlich) nächsten Mal

Gruß Roland