Willkommen auf Roland Herrmann´s ATM- Seite

Hallo Sternenfreunde, diese Webpräsenz stellt einen Teil meiner Freizeitaktivitäten vor, hauptsächlich Motorradfahren und Amateur-Astronomie unterteilt in Videofotografie, visuelle Beobachtungen und ein paar Fernrohr-Konstruktionen. Ich wünsche euch noch viel Spass beim Betrachten meiner vorgestellten Selbstbauten,Beobachtungsberichte, Astro-Videoaufnahmen und Fahrszenen mit der Sportenduro bzw Supermoto.

Hier steht mein erstes Teleskop auf dem Garagendach zur Sonnenbeobachtung. Es handelt sich um ein Meade 2080 Schmidt-Cassegrain auf einer (Stimm)Gabelmontierung

Das Fernrohr hat 203mm (8 Zoll) Öffnung und 2000 mm Brennweite bei einer Obstruktion von 37%. An der Optik gibts eigentlich nichts zu meckern,die Gabel ist halt etwas wackelig aber man kann damit leben. Ich bin auf alle Fälle zufrieden damit.

Ab Juli 2001 gibts noch wegen des "Öffnungfiebers" einen Neuzugang, hier handelt es sich um ein 15" F/5 Dob von Discovery der mir noch tiefere Einblicke in das Universum ermöglicht, ein erster Beobachtungsbericht gibt es hier.

Das erste selbstgebaute Teleskop (Herbst 2002), ein 8" F/6.5 Dobson, der Spiegel wurde auch selbstgeschliffen, genannt "little Bandit", hier mit seinem Namensgeber, der 1200er Suzuki "Bandit"

ein Jahr später folgte ein 12.5" F/5 Dobson mit excellenten Abbildungseigenschaften und besserer Mechanik wie ich sie vom Discovery kannte, der 15er wurde inzwischen verkauft

Etwas später (Jan2004) der Hammer, satte 18" mit 4.7" Sucher, nur knapp 34 Kg Gesamtgewicht ohne optische und mechanische Einbußen, mein Traumgerät bis dahin, auch "Auge" genannt

Meine meistbenutzten Okulare

2-Zoll Okulare, auf dem Bild von links nach rechts

40mm Pentax XL:

mein erstes "gescheites" Weitwinkelokular mit 65° scheinbarem Blickfeld, kostete zwar ne Stange Geld, habs aber nie bereut, ideale AP bei F/6 und dabei maximales mögliches tatsächliches Gesichtsfeld,Sternabbildungen sind bis fast zum Rand scharf, der Einblick ist toll (20mm Pab) plus einstellbare Augenmuscheln,auch für Brillenträger ist eine dabei.Die sehr solide Verarbeitung ist ein weiterer Grund dieses Okular nicht mehr herzugeben, ich benutze es noch hauptsächlich an meinem 8" F/6.5 "little Bandit" Dobson um bei guter Transparenz Richfieldbeobachtungen bei 2° Feld durchzuführen.

26mm Televue Nagler Type5:

ich habe mir vor kurzem diese legendäre Granate mit 82° Blickfeld gegönnt, allerdings mit 26mm Brennweite weil dies bei F/4.5 eine günstigere Austrittspupille ergibt, dieses wirklich bei F/4.5 randscharf abbildende Okular löst das 27mm Panoptik ab. 16mm Pupillenabstand in Verbindung mit der umklappbaren Augenmuschel sind als angenehm zu bezeichnen, Schärfe und Kontrast lassen keine Wünsche offen, lediglich das gewicht von über 700g bringt bei horizontnaher Beobachtung meine Leichtbaudobsons an die Grenze der Balance.

27mm Televue Panoptik:

Das "Nagler für Arme", Einblick und Kontrast sind mit dem Nagler vergleichbar, lediglich das mit 68° auch noch recht üppig ausfalllende Gesichtsfeld ist bei F/4.5 nicht mehr ganz randscharf, aber immer noch um Welten besser als bei diversen Billigkonstruktionen der 100-200€ Klasse. Dieses Okular tut nun seinen Dienst im 130/543mm F/4.2 Newton-Superfinder wo es sehr schöne Abbildungen bei 20X und 3.5° Feld liefert

telescop
Telescop
1.25-Zoll Okulare, von links nach rechts

16mm Televue Nagler Type 2

ein hervorragendes Allroundokular mit randscharfer Abbildung des 82° Feldes, ebenfalls gutes Einblickverhalten, habe ich gebraucht günstig erstanden

10.5, 7mm, 5.2mm Pentax XL:

Ein nahezu perfektes Okular, 65° scheinbares Gesichtsfeld ,20mm Pab und ein Schärfe die nichts zu wünschen übrig lässt.Die Augenmuschel ist wie beim 40er verstellbar und lässt sich lediglich nicht abschrauben

4mm Televue Radian:

Abbildung vergleichbar mit den Pentaxen, jedoch etwas (60°) kleineres Gesichtsfeld, die verstellbare, rastbare Augenmuschel ist OK, ist aber bei den Pentaxen besser gelöst

3.5mm Televue Nagler Typ6:

das Okular für hohe Vergrößerungen bei Mond, Planeten und kleinen flächenhellen Deepskyobjekten wie Planetarische Nebel wenns das Seeing mal zulässt, Schärfe und Kontrast sind als sehr gut zu bezeichnen, der Einblick ist ist mit 12mm Pupillenabstand noch angenehm

diverses Zubehör, von (links nach rechts): 2" Lumicon OIII, 1.25" Astronomik nouvelle Lune, 2" Baader ND2, 2" Baader ND0.9, Justierhülse, 20L/mm Ronchiokular, Justierlaser

Ferngläser zur Himmelsbeobachtung

Tasco 10X50:

Mein erstes Fernglas,hauptsächlich zur Orientierung am Himmel gedacht,weil mein Fernrohr anfangs nur mit einem unbrauchbaren 6X30-Sucher ausgerüstet war.Allerdings ist das Fernglas nur bedingt für astronomische Beobachtungen geeignet,weil die Sterne nicht ganz punktförmig zu fokussieren sind.Für Erdbeobachtungen und mal schnell einen Stern bis 9ter Größenklasse zu finden tuts das Teil allemal-Auf dem Bild links

Hier gehts zum Bau des Teleskops, hier direkt zur Politur des Spiegels Was kommt nach 18" und ein Zoll dick? Natürlich 21 Zoll und ein Zoll dick Nachdem das 18"-Projekt "Auge" meiner Meinung überaus gelungen ist, werden nun 21" versucht Der 25mm dicke Borsilikatrohling hat 535mm Durchmesser und soll einmal 2350mm Brennweite, also F/4.4, bekommen. Momentan wiegt er noch 12.6 Kg, fertig ausgeschliffen bringt er dann nur noch knapp 11Kg auf die Waage

Nachdem die Spiegel der Sammelbestellung angekommen sind wird vor dem eigentlichen Aushöhlen der Spiegelseite zuerst die Rückseite plan geschliffen um lagerungsbedingtem Astigmatismus vorzubeugen. Das geschieht mittels einer zweiten Scheibe (die eines Kollegen) auf einer ebenfalls plangeschliffenen Unterlage aus vier 8mm dicken, aufeinandergeklebten Fensterglasscheiben. Die beiden Scheiben werden abwechselnd mit ca 1/4 Strichen oben und unten mit Korn geschliffen, deutlich sieht man auf den Bildern wo die Berge weggeschliffen werden, aussen kommt nämlich noch kein Schleifkorn hin.

Nach ca 2 1/2 Stunden Schleifen mit Karbo 180-600 auf dem Drehteller sieht es so aus, gut 90% der Fläche sind plangeschliffen, und der Rohling ist jetzt ca 0.15mm dünner.

Rohling nach dem Ausbaggern mit der Flex und Diamantscheibe, gut 6mm von insgesamt 7.6mm habe ich innerhalb von 90 Min herausgeschliffen, die bewährte Vorgehensweise ist hier beschrieben.

Hier die Unterlage aus einer spiegelgroßen Universalschaummatte die nach dem Grobschliff zum Einsatz kommt

Dann gehts zum Grobschliff, hier werden mit 60er und 80er Korn die Spuren der Flex beseitigt und annähernd die Tiefe und Brennweite hergestellt. Als Schleifwerkzeug kommt nun statt eines Gipsfliesentools ein solches aus Glas zum Einsatz, dies hat gegenüber den Keramikfliesen folgende Vorteile: a) leichter zu säubern, daher treten Kratzer wesentlich seltener auf b) durch den vollflächigen Kontakt ist es mir auch schon gelungen 1200er Karbo und sogar grobes Poliermittel kratzerfrei zu schleifen, dadurch halbiert sich annähernd die Polierzeit, allerdings müssen dazu die Flächen schon sehr gut sphärisch sein. c) und drittens kann man dieses Werkzeug nach Beendigung des Feinschliffs auch sehr gut als Poliertool verwenden, nach Fertigstellung des Spiegels kriegt man das Pech auch gut wieder runter und kann es wieder verwenden.

Das 13KG schwere Tool besteht aus einer Ø 450mm, 12mm dicken Glasplatte mit der geschliffen wird, und drei weiteren 8mm dicken, vollflächig verklebten Glasscheiben die dem Tool die Steifigkeit geben. Die alten Gipsfliesentools benutze ich nur noch zum Grobschliff um die etwas teueren Glastools zu schonen.

So wurde auch, nachdem das Glastool die passende Krümmung erhalten hatte mit dem alten Gipsfliesentool mit dem der 18er schon geschliffen wurde weitergearbeitet und ein Großteil der restlichen 1.5mm Tiefe herausgeschliffen. Um den Rohling nicht noch weiter unnötig dünner zu machen habe ich bei 523mm bearbeitetem Durchmesser von 80er auf 120er Korn gewechselt, und dann bei 528mm auf 180er Korn. Bei ca 531mm werde ich auf 320er Korn wechseln um mit diesem oder 400er den Rand mitzunehmen. Momentan bin ich bei 530mm angelangt und schleife wieder mit dem Glastool, 3-4 Chargen 180er vergrößern den bearbeiteten Durchmesser um ca 1mm. Die ganze Zeit habe ich auf die Einhaltung der gewünschten Brennweite von ca 2350mm geachtet, mit den 85%-Tools (450mm) habe ich dazu überwiegend, ca 5/6 mit Werkzeug oben (Tot) und moderatem Überhang geschliffen. Der Spiegel ist nun auf ca 2/1000mm sphärisch, 7.5 von 7.6mm sind nun herausgeschliffen, die Brennweite beträgt mit Wasserwaage und Spiralbohrer über den ganzen Durchmesser gemessen 2340mm und mit dem Sphärometer 2344mm, was absolut im grünen Bereich liegt.

Nach ca 12 Chargen 180er habe ich bei knapp 531mm auf 320er gewechselt und etwa 10 Chargen geschliffen, jetzt ab 532.5mm schleife ich Korn 400 bis knapp vor den angefasten Rand bei ca 534mm. Die ganze Fläche ist jetzt schön glatt und ohne Pitts und Kratzer, Brennweite unverändert und sphärisch auf gut 1/1000mm. Wechsel nach ca 5 Chargen Korn 400 als Zwischenstufe auf Korn 600 bei 535,5mm, nach weiteren 4 Chargen Korn 600 Rand komplett erreicht. Brennweite durch alleiniges ToT-Schleifen etwas angewachsen auf ca 2349mm, keine Pitts mehr zu sehen und sphärisch auf deutlich besser als 1/1000mm, die Oberfläche ist jetzt seidenmatt. Das Korn wird jetzt mit leichtem Wasserüberschuss geschliffen was die Flächengenauigkeit spürbar verbessert, um zu verhindern dass das großflächige 45cm-Tool zuviel aufschwimmt habe ich dem Schleifwasser etwas Glycerin zugesetzt dass die Oberflächenspannung verringert. Strichführung momentan 1/3-Striche mit ca 6-8cm seitlichem Überhang. Um Kratzer zu vermeiden wird ab Korn 600 nach jeder Charge der Spiegel und Tool in der Badewanne abgespült und gesäubert, danach wird in einem Mörtelkübel das Wasser ablaufen gelassen und der Spiegel anschließend mit einem sauberen Handtuch getrocknet.

Ebenso wurden ca 6 Chargen Korn 800 geschliffen, dann zwei Chargen 1200er und abermals Wechsel auf Microgrid 3my. Die Oberfläche ist nach Begutachtung mit einem 18mm-Okular absolut pittfrei und sehr fein und homogen, die Abweichung zur Sphäre ist unter meiner Nachweisgrenze, also besser als ca 3-4/10000mm oder ca 3-4mm Schnittweitendifferenz. Der Spiegel glänzt bei flachem Lichteinfall fast schon wie auspoliert, Kratzer habe ich mir auch (noch) keine eingefangen

Probehalber habe ich noch zwei Chargen Poliermittel ca jeweils 10min lang geschliffen und bin zu der Ansicht gekommen dass der Spiegel noch etwas mehr glänzt und die Polierzeit weiter reduziert sein wird, ab nun betrachte ich den Spiegel als fertiggeschliffen, hier gehts zur Politur.

Das 18 Zoll Projekt "Auge"

Man kriegt ja den Hals nicht voll , deshalb musste nach erfolgreicher Fertigstellung meines 12.5ers noch etwas größeres her. Nachdem der 15er verkauft war, hatte ich Platz für ein größeres Teleskop, wobei ziemlich alles aus eigener Fertigung kommt, lediglich Fangspiegel und Peilsucher wurden gekauft. Alles andere sind Halbzeuge die noch nachträglich bearbeitet werden. Das Kernstück, der Spiegel hat bei 450mm Durchmesser nur 25.4mm Dicke und wiegt gerademal 8Kg, eine gute Basis für ein leichtes Teleskop. Meine Anforderungen an dieses Teleskop sehen wie folgt aus:

- deutlich leichter als der 15er mit 46Kg
- das Fernrohr muss noch am Stück wie der 15er in den Kombi passen
- der Spiegel muss schnell ausgekühlt sein um Tubusseing wie im 15er zu vermeiden
- die Optik muss qualitativ nahe am Limit sein, idealerweise so gut wie der letzte 12.5er
- die Mechanik muss auch noch weit jenseits von 500-facher Vergrößerung eine saubere Nachführung ermöglichen

Der Spiegel soll eine Brennweite von ca 2020mm bekommen, also F/4.5 hier gehts zum Spiegelschliff

Hier sind die ersten Bilder vom Rohbau des Dobson's, links der 18er, rechts der 12.5er

Nachdem der Spiegel fertiggestellt war musste ja auch noch ein Teleskop dazu (Dobson) gebaut werden. Folgende Anforderungen stellte ich an das Teleskop: es sollte zerlegbar, solide, leicht und ohne aufwendigen Schnickschnack sein. Optik und Mechanik nahe am theoretisch machbaren, das ist dabei herausgekommen

Hier gehts zum aktuellen 12.5 F/5-Zöller

Nachdem ich meinen ersten Spiegel inkl Dobsonteleskop geschliffen bzw gebaut hatte geht es nun an den nächsten Spiegel der mit 10" F/5.7 etwas größer und lichtstärker als der vorangegangene 8" F/6.5 "little Bandit" ausfallen wird. Leider konnte ich den Werdegang des ersten Spiegels mangels Digiknipse nicht lückenlos dokumentieren, was ich aber bei diesem Spiegel zu machen hoffe. Heute Nachmittag (7.10.02) gings dann an die ersten Bearbeitungsschritte des 255mmX21mm messenden Borosilikatglasrohlings, zuerst wurde mit der Flex und Diamantscheibe der Rohling ca 2.5mm tief vorgeschliffen, die endgültige Tiefe bei 1450mm Brennweite beträgt 2.8mm. Beim Schleifen mit der Flex wurde in kurzen Abständen Wasser aufgesprüht um die Staubentwicklung einzudämmen, ausserdem stellte ich mich so dass der Schleifstaub von mir weggeweht wurde, das ganze war freihand nach gut 10min erledigt. Vom Rand blieb ich ca 20mm weg um mir keine Muschelbrüche einzufangen, ausserdem ist dort der erforderliche Materialabtrag minimal.

Nach einer halben Stunde Grobschliff u 6-7 Chargen Carbo 80 trägt der Spiegel nun auf ca der halben Fläche, nach aussen hin stehen noch ca 20mm Rand und in der Mitte ist noch ein im Durchmesser 8-9cm messendes Loch mit der vorgeflexten Oberfläche. Mal sehen wie es mit dem 200mm Tool klappt, falls nicht fertige ich aus Gips und Mosaikfließen ein neues Fullsize Tool.

11.10.02 nach ca drei weiteren Stunden Grobschliff ist der Rand erreicht, die Flexmarken sind weg und nur noch Pits der 80er Körnung zu sehen, Carbo 80 Verbrauch ca 100-150g. Hatte doch etwas länger gedauert weil ich in der 50-80% Zone vorsichtshalber etwas zuwenig rausgeflext habe, auch habe ich mir Zeit genommen und nach jeder Charge den Fortschritt am gereinigten Spiegel gemessen. So wurde z.B. der bearbeitete Durchmesser zum Rand hin nach jeder Charge und je nach Strichführung um 1-1.5mm größer. Die Rillen des Gips-Fliesentools wurden zwischendurch mit der Flex und Trennscheibe noch einmal nachgezogen. Chargenwechsel alle 3-5 min, Schliff mit ordentlich Druck und halben Strichen Tool on Top. Pfeilhöhe 2.78mm bei 253.5mm Durchmesser, entspricht 1445mm Brennweite und F/5.7, passt doch oder?

13.10.02 Nach gut einer guten Stunde Feinschliff mit Carbo 180 und etwa 10-12 Chargen sind keine Pitts der 80er Körnung mehr zu sehen. Schliff wie zuvor mit ordentlich Druck und etwa halben Strichen Tool on Top. Spiegel glänzt schon matt bei ca 3-5° Lichteinfall gegen die Deckenneonröhre. Habe die Brennweite gehalten, die Sphäre ist auf etwa 5/1000mm genau, wechsele jetzt auf Körnung 320.

16.10.02 Schliff mit 200mm-Tool macht sich gut, obwohl ich schon damit den "little Bandit" Spiegel komplett geschliffen habe und der jetzige aus dem gröbsten raus ist beträgt die Fliesendicke noch ca 3mm. Die Brennweite lässt sich damit ganz easy steuern, mehr zentrale Striche und die Brennweite verkürzt sich um ca 1-2mm pro Charge, mit mehr Überhang wird sie wieder um den selben Betrag länger. Bin heute bei 12 Chargen Carbo 320 angelangt und muss noch ein übersehenes Pit der 80er Körnung rausschleifen, dies wird zwar mit 25mm ausser Mitte noch vom Fangspiegel abgedeckt, werde es aber trotzdem rausschleifen, 5-8 Chargen 320er sollten dazu wohl reichen. Schliff bei 320er Körnung mit reduziertem Arbeitdruck Tool on Top, variable Strichführung um sphärisch zu werden. Bearbeitete Spiegelfläche misst jetzt 254mm im Durchmesser bei 255mm Rohlingdurchmesser, die Fase hat also noch ca 0.5 (0.7)mm Breite das könnte also reichen da ab jetzt kaum noch Material abgetragen wird. Pfeilhöhe immer noch 2.78mm, entspricht 1450mm Brennweite also F/5.7, Abweichung zur Sphäre ca 3-5/1000mm nach aussen hin etwas langbrennweitiger.

Spiegel mit Balkensphärometer, 200mm-Tool und Schleifkörner

18.10.02 nach ca 20 Chargen 320er Korn und etwa zwei Stunden erscheint mir der Spiegel reif für die 400er Körnung, das Pit der 80er Körnung ist so gut wie weggeschliffen, der Spiegel auf ca 2/1000mm sphärisch, die Brennweite wie gehabt. Werde das 400er Korn aber nur kurz schleifen und danach die die Reste des 500er Carbo's vom Vorgängerspiegel verbrauchen.

19.10.02 jeweils drei Chargen 400er und 500er Korn als Zwischenstufe geschliffen, danach Wechsel auf 600er Korn, bislang auch drei Chargen allerdings in Mirror on Top Position da der Spiegel beim 400er u 500er Korn 2/100mm in der Pfeilhöhe flacher, also ca 10mm langbrennweitiger wurde. Brennweite jetzt wieder bei 1450mm, sphärische Abweichung noch höchstens 2/1000mm bezogen auf 43mm Messradius. Mit bloßem Auge keine Pitts mehr erkennbar, ein hauchfeiner 3cm langer Kratzer bei 75% sichtbar, wird aber keine weitere Charge überstehen.

21.10.02 nach ingesamt 6 Chargen 600er Carbo a 5-6min Schleifzeit betrachte ich diese Körnung als ausgeschliffen da mit dem 20mm Okular keine Pitts mehr zu entdecken waren. Brennweite wie gehabt, sphärisch auf ca 1/1000mm, Oberfläche glänzt seidenmatt, hab mal mit der Digiknipse einen ca 12mm großen Ausschnitt der Oberfläche durch das 20mm Widescan Okular abgelichtet, unter der Mitte ist ein ca 0.5mm großes Staubfussel sichtbar.

22.10.02 weiter mit jeweils drei Chargen Carbo 800 und Microgrit 9my, ab hier heisst es aufpassen damit die Fliesenoberfläche keinen Kontakt zum Glas bekommt und Kratzer erzeugt, d.h. immer genug Pulver drauf, Wasser sehr dosiert zugeben und nur noch mit sanftem Druck Schleifen, vor allem wenn sich die Charge dem Ende nähert. Spiegeloberfläche bis hier noch kratzerfrei Danach Warnung von Stathis Kafalis ignoriert, 1200er Korn ca 15 min lang geschliffen und prompt ein paar ganz feine Kratzerchen eingefangen

23.10.02 Scherbe kurz (15min) mit alter 6"-Pechhaut die schnell im Warmwasserbad angepasst wurde anpoliert, Spiegel glänzt gleichmässig über ganze Fläche, war wohl schon gut sphärisch. Danach Focaulttester eingerichtet und Brennweite bestimmt: 1445mm +- 2mm. Kratzer gut sichtbar, bei einem zweifelhaft ob er beim Polieren ganz rausgeht, daher jeweils eine Charge 800er und nochmals 1200er Korn geschliffen, Kratzer jetzt wesentlich schwächer, wird beim Polieren wohl verschwinden, Feinschliff vorerst beendet. Bis dato insgesamt ca 10 Stunden Nettoschleifzeit gebraucht, mit Reinigen und Prüfen ca 12-13Stunden. Kornverbrauch mässig (80, 180,320) und gering (400,500,600,800,1200) wird wohl noch für ein paar Spiegel reichen, lediglich vom 80er sind nur noch 100g über.

Schon bei der ersten Beobachtungsnacht war nach einer 1/2 Stunde die Schmidtplatte meines Teleskopes zugetaut und musste wieder freigefönt werden.Eine Taukappe vom Hersteller kostet jedoch über 300DM,die man besser in ein schönes Okular investieren sollte.Also gesagt,getan und für 10.- eine mattgraue Isomatte 50X100cm erstanden.Danach wurde der Tubusumfang ausgemessen die Isomatte zurechtgeschnitten,stramm um den Tubusgezogen (bei Bedarf noch etwas abschnippeln)und vorerst mit einem Streifen Packband am Tubus fixiert.Den Spalt füllte ich anschließend mit "Pattex Compact" nachdem ich verschiedene Kleber an ein paar Schnipseln des Isomattenmaterials getestet hatte(wichtig,sonst kann sich bei Unverträglichkeit das Material auflösen) Nach kurzer Trocknungszeit drückte ich die Kleberänder noch mal fest zusammen und die Taukappe war fertig.Gegen Streulicht habe ich sie noch zusätzlich mit mattschwarzer Abtönfarbe lackiert.Am Tubus wird sie auch noch mit dem beiliegendem Gummiband der Isomatte gehalten.Das ganze ist so fest dass ich vorn noch einen ca 250 g schweren Bechstreifen einkleben konnte der als Gegengewicht für 2"-Spiegel,Telrad,8X50-Sucher und dicke 2"-Okulare fungiert.Zum Schluss habe ich noch aus Resten "Kimme&Korn" vorn und hinten aufgeklebt mit denen sich gut peilen lässt

Das ganze zu bauen hat eine gute Stunde gedauert bei einem Materialpreis inkl Farbe von nicht mal 20DM.Bevor jetzt in feuchten Herbstnächten die Schmidtplatte anläuft sind Okulare und Sucher schon längst zu.

Um die Sonne beobachten zu können habe ich mir wegen der hohen Preise der Glasfilter (300DM) einen aus Baader-Filterfolie selbstgebaut.Nachdem ich bei einem Händler ein Stück Folie 40X25 cm für 25DM erstanden hatte gings ans Gehäusebauen.Die Befestigung am Tubus erfolgte wie bei der Taukappe schon beschrieben,jedoch nur mit einem 15 cm breiten Streifen.Als Filterfolienfassung mussten 2 Kunststoffringe herhalten die ich aus einer 4 mm starken Tafel geschnitten hatte.Sowas sollte im Baumarkt erhältlich sein.Die Herstellung ist relativ einfach:zuerst mit dem Zirkel anreißen (Innendurchmesser etwas größer als die Teleskopöffnung,Aussendurchmesser = Aussendurchmesser Isomatte) danach mit der Stichsäge ausschneiden und mit der Feile nachbearbeiten.Dann werden durch die Ringe deckungsgleich 4-6 Löcher gebohrt (am Umfang verteilt für M4 oder M5) durch die später die Schrauben kommen.Vorzugsweise senkt man die Löcher des an der Isomatte liegenden Rings an,man kann auch an der Isomatte etwas abschneiden damit die Schraubenköpfe Platz haben. Die entsprechenden Löcher in der Folie habe ich mit einem 6er Locheisen auf einer Holzunterlage gemacht,es geht auch mit einer Rasierklinge dann muss man aber Heftverstärkerkringel um die Löcher kleben damit die Folie nicht einreißt.Zum Schuss wird das zusammengeschraubte Ring und Folienpaket auf die Isomatte geklebt,am besten am Teleskop (Optik vor Kleber schützen)

Sicherheitshinweise:Der Filter muss nach der Fertigstellung stabil am Teleskop halten,ebenso die Verklebung mit der Isomatte und die Fassung der Folie(ich musste zum Beispiel seitlich noch Luftlöcher anbringen da der Filter beim abnehmen ein Vakuum zog) Lieber den Filter nochmal bauen wenn er nicht stabil genug erscheint,als ein Auge zu verlieren.Beim beobachten sichere ich den Filter noch zusätzlich mit einem Gummiband,siehe Bild rechts

Wer kennt das nicht: immer wieder das Stativ rausschleppen, aufstellen, in die Waage bringen und jedesmal wieder neu einnorden, will man einigermaßen entspannt beobachten. Mit der Zeit ging mir das gehörig auf den Keks, eine Säule musste her.Also in der Schlosserei zwei Rohre erstanden: 1x 2" 2Meter lang und eins dessen Innendurchmesser ca 6mm weiter als der Aussendurchmesser des ersten und ca 45cm lang, ausserdem eine Stahlplatte 20x20cm 10mm dick für den Fernrohranschluss. Das kürzere Rohr wurde im Winkel der Polhöheneinstellung schräg abgesägt,ausgerichtet und mit der Stahlplatte verschweisst. In diese wurden noch mit der erforderlichen Genauigkeit drei Schraubenlöcher zur Fernrohrbefestigung gebohrt.Kostenpunkt für alles 50DM. An einem geeigneten Platz auf dem Rasen wurde dann das lange Rohr gut einen Meter senkrecht in den Boden geschlagen, darauf wurde nun das kurze Rohr geklemmt und justiert (vorher kamen noch 6 M8er Gewindebohrungen auf 2 Ebenen rein) bei der ersten Beobachtung wurde anhand von Sternkoordinaten das Oberteil noch genau eingestellt.

Hier wird an einem einfachen Beispiel gezeigt wie man aus vorhandenen Komponenten ein brauchbares Fernrohr "zaubern" kann. Die Objektive von meinem 11X80 Danubia Fernglas (F/4) lassen sich mit der Fassung einfach herausschrauben, was liegt also näher aus einem solchen Objektiv ein Richfield Fernrohr zu bauen. Doch woher den Tubus nehmen?Auf einem Regal in meinem Hobbyraum erblickte ich eine fast leere Frostschutzdose die bis dahin ihr unscheinbares Dasein fristete. Ich wollte es zuerst nicht glauben: der Durchmesser passte auf den Millimeter genau und auch die Länge kam in etwa hin, der zentrale Ausguss der Flasche war mit 32mm Ø nahezu perfekt als 1.25" Okularauszug geeignet. Schnell war der Dosenboden rechtwinklig abgeschnitten, das 80mm Objektiv mit Packband festgetapt und ein 20mm Okular in den Ausguss gestopft und mit einer Schlauchschelle geklemmt.